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Yoga in den Wechseljahren (Hormon-Yoga)

Im Yoga Sutra, einem zentralen Ursprungstext des Yoga, heißt es „Wenn ein Mensch Asana auf die richtige Art und Weise übt, so hat das zur Folge, dass er auch durch extreme Einflüsse nicht aus dem Gleichgewicht gebracht wird. (YS 2.48)“ Eine regelmäßige Yogapraxis fördert generell das körperliche, emotionale und seelische Gleichgewicht, so dass der Mensch gesund bleibt. In turbulenten Lebensphasen wie den Wechseljahren reicht klassisches Yoga häufig nicht, wenn die mit der Menopause verbundenen Symptome besonders stark sind. Hormon-Yoga mit seinen besonderen Energie-Übungen kann Wechseljahrsbeschwerden lindern.

Klimakterium - die weibliche Wandlungsphase
„Zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr bleibt die Menstruation irgendwann aus – den Zeitpunkt der letzten Blutung nennt man Menopause. Durchschnittlich findet dies um das 50. Lebensjahr herum statt. In den Jahren davor (Prämenopause) und danach (Postmenopause) stellt sich der weibliche Körper langsam um. Die Wechseljahre (Klimakterium) können sich über 10 Jahre erstrecken.

Es beginnt damit, dass die Funktion der Eierstöcke (Ovarien) nachlässt. Jede Frau wird mit etwa einer halben Million Eibläschen (Follikel) geboren. Diese Zahl verringert sich kontinuierlich, bis mit etwa 50 Jahren keine befruchtungsreifen Follikel mehr vorhanden sind. Die von den Eierstöcken gesteuerte Menstruationsblutung bleibt aus. Da Follikel Östrogen und Progesteron bilden, sinkt der Östrogenspiegel mit abnehmender Zahl. Auch die Hormonproduktion im Gehirn verändert sich jetzt. Um die Östrogenbildung in den Eierstöcken wieder anzuregen, werden vermehrt Hormone ausgeschüttet, insbesondere das follikelstimulierende Hormon (FSH). Schließlich wird von den Eierstöcken kein Östrogen mehr produziert, die einzigen Östrogenquellen sind nun die Nebennieren und Fettzellen.

Der Organismus kann sich nicht so schnell an die veränderten Gegebenheiten anpassen, und es kommt zu den typischen Beschwerden. Das vegetative Nervensystem reagiert auf den Östrogenrückgang mit einer erhöhten Erregbarkeit – das kann sich spürbar auf die Körperfunktionen auswirken, die vom ihm gesteuert werden: auf Atmung, Verdauung, Stoffwechsel, Blutdruck, Wärme- und Wasserhaushalt. Für manche Frauen ist dieser Übergang zu einem neuen hormonellen Gleichgewicht einfach und beschwerdefrei. Ein Drittel der Frauen hat leichte Probleme, ein Drittel hat derart starke Beschwerden, dass medizinische Hilfe erforderlich ist.

Besonders häufig sind Gefäßreaktionen wie Hitzewallungen, Schwitzen und Schwindel. Außerdem können wir geplagt werden von Schlaflosigkeit, Nervosität, einer verminderten Leistungskraft und Lustlosigkeit bis hin zu Depressionen. Auch Symptome wie Kopfschmerzen, Haarausfall und eine trockene Scheide können auftreten. Weitere Auswirkungen können Arthrose, Osteoporose (Knochenschwund) oder chronische Schmerzen sein.“ (Auszug aus dem Buch "Yoga für die Hormonbalance" von Anna Trökes)

Hormon-Yoga – wie wirksam ist es?
Hormon-Yoga, eine Kombination aus Hatha Yoga-Übungen, Kundalini Yoga nach Swami Sivananda und tibetischen Energieübungen, wurde von der Brasilianerin Dinah Rodrigues entwickelt, um Beschwerden während der Menopause vorzubeugen und entgegenzuwirken. Rodrigues hat in einer 1993 durchgeführten Studie belegt, dass der Hormonspiegel durch regelmäßig praktiziertes Hormon-Yoga um bis zu 200 Prozent angehoben werden kann. (Die Auswertung der Studie und Fallbeispiele kann man in ihrem Buch „Hormon-Yoga“ nachlesen.) Allerdings ist wissenschaftlich umstritten, ob Hormon-Yoga wirklich den Östrogen- oder Testosteronspiegel erhöht. Der menschliche Lebensprozess ist eine komplexe Vernetzung von Bewegungs- und Haltungssystem (wie Muskulatur, Gelenke, Stoffwechsel), mentalem System (z.B. Emotionen, Gedanken) und autonomen Steuerungssystemen (wie vegetatives Nervensystem, Hormonsystem). Yogaübungen geben Impulse auf die Gesamtheit dieses Systems und stärken dessen biologische Tendenz zur Selbstregulation. Yoga hat eher allgemein eine harmonisierende Wirkung auf den gesamten Körper und insbesondere auf das vegetative Nervensystem.

Auch wenn es wissenschaftlich umstritten ist, ob die Hormonelle Yogatherapie den Östrogenabfall kompensiert, lindert es bei vielen Frauen die typischen Wechseljahr-Symptome. Hormon-Yoga unterstützt den Körper darin, sich an die neue hormonelle Situation anzupassen. Inzwischen weiß man auch, dass der niedrige Östrogenspiegel zwar an den hormonellen Schwankungen beteiligt ist, dass diese aber letztlich auf das mangelnde Zusammenspiel o.g. Regulationssysteme beruhen. Weil Hormone falsch oder ungleichmäßig  ausgeschüttet werden, geraten diese Systeme - inklusive dem Hormonsystem - aus dem Gleichgewicht.

Die Hormonelle Yogatherapie unterscheidet sich vom traditionellen Yoga dadurch, dass es dynamischer ist und das vegetative Nervensystem mit Hilfe von Atemübungen und Akupressur nachhaltig positiv beeinflusst. Pranayama (Atemügungen) unterstützt den Fluss von Prana (Lebensenergie), welches beständig in unserem Körper zirkuliert und ihn so gesund hält. Harmonisierende Energiearbeit und diverse Entspannungstechniken runden die Übungen ab. Auch andere Yogastile wirken positiv auf das vegetative Nervensystem. Hormon-Yoga wirkt jedoch intensiver durch die spezielle Auswahl der Übungen in Kombination mit Pranayama und Energielenkung.

Da Hormon-Yogaübungen komplex sind, ist eine gute Anleitung wesentlich. Ganz besonders wichtig ist dabei, die Übungen sehr regelmäßig zu praktizieren. 15 – 30 Minuten täglich lassen uns beweglicher, kraftvoller, frischer und aktiver fühlen.

Die Zeit des Wandels als Chance für einen Neubeginn
Das alltägliche Üben gibt uns auch das Gefühl, eigenverantwortlich mit unserer Gesundheit umzugehen. Wir tun uns Gutes, nehmen unser Schicksal in die Hand und setzten uns positiv mit Veränderungen auseinander. Wir lernen, den Wandel als unabdingbares Prinzip des Universums anzunehmen. Die Wechseljahre sind eine Phase des Übergangs und ein bedeutender Abschnitt im Leben einer Frau. Jede Veränderung und jeder Abschied bedeuten nicht nur Verlust, sondern sie bringen auch Neues und Positives. Während der Wechseljahre fallen alte Zwänge weg und neue Energien werden freigesetzt. Wir können die Wechseljahre als Aufforderung sehen, weitere Fähigkeiten zu entwickeln und neue Erfahrungen zu machen. Wir können erkennen, dass Ruhe, Glück und Zufriedenheit nicht von außen, sondern nur von innen kommen. Wir begegnen dem Alter mit einem weisen Lächeln.

„Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit und auch jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.“ (aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse)

 

(Claudia Dahnelt - Lotusblume Yoga & Ayurveda, Frankfurt, Oktober 2016)

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